März ist Messezeit. Und zumindest den letzten Tag der Leipziger Buchmesse wollte auch ich mir nicht entgehen lassen. Ein literarisch-kulinarisches Messetagebuch.
Liebe Leseverzauberte,
bevor ich von meinem Buchmessetag berichte, möchte ich mich für volle Solidarität mit den Buchhandlungen The Golden Shop (Bremen), Rote Straße (Göttingen) und Zur schwankenden Weltkugel (Berlin) aussprechen, die nachträglich vom Deutschen Buchhandlungspreis ausgeschlossen wurden. Das ist nur einer von mehreren Skandalen, wegen denen Wolfram Weimer endlich zurücktreten muss. Er ist eine Fehlbesetzung als Kulturstaatsminister und greift gravierend in die Kunstfreiheit ein.
Mein Tag auf der Leipziger Buchmesse
Sonntag, 22. März 2026
5:15 Uhr. Mein Wecker klingelt. Draußen ist es stockfinster, ein sicheres Zeichen dafür, dass es noch viel zu früh für mich ist.
06:00 Uhr. Auf dem Weg zur U-Bahn umgibt mich dichter Nebel bei frostigen null Grad. Es ist kalt, aber immerhin droht heute kein Schneechaos wie 2018.
Hinfahrt
6:33 Uhr. Ich steige in den ICE ein. Das Ruheabteil ist leer und hält daher, was sein Name verspricht.

06:49 Uhr. Der Zug fährt planmäßig los. Es ist bereits meine fünfte längere Zugfahrt diesen Monat und bis jetzt kam jeder Zug nicht nur pünktlich, sondern sogar zwei bis sechs Minuten zu früh an. Ob diese Serie hält?

Sonnenlicht scheint gleißend durch die schmierige Scheibe. Rechterhand seh ich einen Spaziergänger allein auf weiter Flur, linkerhand drei Hasen auf dem Feld.
07:38 Uhr. „Guten Mooorgen! Darf’s ein schönes Käffchen sein?“ Ich lehne dankend ab.
09:59 Uhr. Ankunft in Leipzig Messe. Bei strahlendem Sonnenschein folge ich den Menschenströmen zum Messegelände.
Sieben Stunden Buchmesse
10:17 Uhr. Der Einlass ging überraschend schnell und mein Messetag beginnt.

Kikaninchen mit Maus, Bernd das Brot & Co. auf der ARD-Bühne





13:13 Uhr. Lutz van der Horst kündigt an, ab Folge 2 Wetten, dass ..? zu moderieren.
Mittagspause. Eine Portion lauwarmes Gemüse vom Buffet kostet 18 Euro. Immerhin, es schmeckt nicht schlecht und Schlange stehen mussten wir auch nicht.
14:07 Uhr. Was macht MontanaBlack auf der Buchmesse? Eine Horde vorwiegend junger männlicher Fans verfolgt ihn durch Halle 3.
14:30 Uhr. Zapf zeichnet Lehrkräfte, während Juma Kliebenstein von der schlimmsten Klasse der Welt erzählt. Eine richtig schöne Lesung!

16:35 Uhr. Claudia Roth äußert ihr Interesse an einer Position im Fußball. (Sie ist Mitglied bei St. Pauli und beim FC Augsburg.)
17:00 Uhr. Zeit, die Buchmesse zu verlassen. Ab in die Innenstadt.

Fazit zum Buchmessebesuch
Trotz der Rekordzahlen hatte ich nicht das Gefühl, dass es überfüllt war. Die Menschenmassen gut auf das Messegelände verteilt, das neue Konzept scheint aufzugehen, zumindest am Sonntag.
Unverständlich ist jedoch die Platzierung des Musikcafés unmittelbar vor den benachbarten Foren „Mensch und KI“ und „Sachbuch: Wissen“. Die entstandene Geräuschkulisse war für beide Seiten störend.
Neben dem Schlendern durch die Hallen und dem Stöbern an dem Ständen fand ich es besonders schön, alte Bekannte wiederzutreffen. Liebe Kathi, liebe Juma, liebe Uta, lieber Christian, ich hab mich sehr gefreut, Euch zu sehen!
Auerbachs Keller
17:52 Uhr. Wir betreten die Mädler-Passage, um Auerbachs Keller zu sehen, wo Folgendes am Eingang steht:
Wer nach Leipzig zur Messe gereist,
Ohne in Auerbachs Keller zu gehen,
Der schweige still, denn das beweist:
Er hat Leipzig nicht gesehn.Sächsisches Sprichwort aus dem 17. Jahrhundert
Das hat uns schließlich überzeugt, weiter auf Goethes Spuren zu wandern und an diesem historischen Ort einzukehren. Gretchens Schrebergartengemüse kann ich sehr empfehlen.




Rückfahrt
19:55 Uhr. Auch dieser Zug fährt pünktlich ab und verlässt den wunderschönen Hauptbahnhof. Bis bald, Leipzig!
Ich bin guter Dinge, einen störungsfreien Bahntag zu erleben.
23:16 Uhr. Fast 17 Stunden und über 15.000 Schritte später lande ich wieder an dem Bahnsteig, auf dem heute Morgen meine Reise begann.
Sechs Minuten verspätet war der ICE schlussendlich doch – beinahe pünktlich also, zumindest nach DB-Definition.
23:51 Uhr. Ich bin daheim. Todmüde und erschöpft, aber satt und glücklich. Was für ein Tag!
Gute Nacht, liebe Leseverzauberte, bis zur nächsten Buchmesse! Vielleicht sehen wir uns im Oktober in Frankfurt.
Lesemagische Grüße
Euer Lesemagier Daniel
Was ist Eure schönste Erinnerung an die Leipziger Buchmesse?
