„Frankly in Love“ von David Yoon | Rezension

Frank hat rassistische, koreanische Eltern und verliebt sich in ein amerikanisches Mädchen. Um sie nicht zu enttäuschen, führt er eine Fake-Beziehung mit seiner koreanischen Kindheitsfreundin. Ob das funktioniert?

Hallo Leseverzauberte!

Dieses Buch wollte ich lesen, weil David Yoons Ehefrau Nicola, den in meinen Augen besten Liebesroman aller Zeiten geschrieben. Konnte er mich mit seinem Debüt ebenso überzeugen?

Vielen Dank an das Bloggerportal und den cbj-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Handlung

Frank ist Sohn koreanischer Eltern, die einen Laden in Amerika besitzen. Er verliebt sich in die weißes, amerikanische Brit, was seine Eltern niemals gutheißen werden. Für sie kommt nur ein koreanisches Mädchen in Frage. Deswegen täuscht er eine Beziehung mit seiner koreanischen besten Freundin Joy vor, die heimlich mit einem Chinesen zusammen ist. Bald muss er feststellen, dass sein Leben komplizierter ist als gedacht …

Meinung

Am Anfang kam mir das Buch seltsam vor und ich konnte nicht so recht reinfinden. Frank und sein bester Freund Q bezeichnen sich selbst als ziemliche Nerds, die am meisten Wert auf ihre SAT-Ergebnisse legen, um ihr Wunschcollege zu besuchen. Ihr Umgang miteinander beruht auf Komik, zum Beispiel gegenseitige Anreden wie „Werter Herr“ und Wortwitze, die auf Deutsch leider nicht ganz so gut funktionieren. Für meinen Geschmack waren es zu viele Schimpfwörter, zu viel Umgangs- und Jugendsprache, aber wahrscheinlich hat Yoon den Ton gut getroffen. Abgesehen davon gefällt mir der Schreibstil und es liest sich sehr schnell.

Ich fand das Buch durchwegs unterhaltsam, trotz der Ernsthaftigkeit, die bei vielen Themen mitschwingt. Auf den knapp 500 Seiten steht die Liebesgeschichte mehrfach im Hintergrund, was mich nicht gestört hat. David Yoon ist selbst mit seinen Eltern eingewandert und kann deshalb aus seiner eigenen Erfahrung berichten. Von den Problemen bei der Einwanderung bis heute, in Amerika akzeptiert zu werden. Die koreanische Kultur wird sehr authentisch und interessant erzählt. Franks Eltern reden brüchiges Englisch und haben leider auch sehr viele Vorurteile gegen Amerikaner. Als ihre Tochter Hanna mit einem Schwarzen zusammenkam, wurde sie aus der Familie verbannt und seit Jahren der Kontakt abgebrochen. Frank ist der einzige, der noch mit ihr schreibt. Er ist mir mit seiner Art sehr sympathisch, wie er seine Eltern liebt und erfolglos versucht, ihren Rassismus zu bekämpfen. Die beiden Mädchen Brit und Joy sind sehr unterschiedlich und ich kann nachvollziehen, warum Frank sie so mag. Seine Aufgeregtheit bei seiner ersten Liebe ist schön und witzig zu lesen.

Am Ende geht es plötzlich sehr schnell und einige Probleme werden zu knapp aufgelöst.

Zuletzt möchte ich auf die Gestaltung eingehen, die ich wunderschön finde. Die vielen Grüntöne sind sehr harmonisch und der hellgrüne Buchschnitt sorgt für ein rundum tolles Aussehen.

Fazit

„Frankly in Love“ ist ein Liebesroman, der mich mit seiner Vielfalt überzeugt. Die koreanische Kultur, Alltagsrassismus und die erste Liebe werden authentisch, witzig und trotzdem ernst erzählt. Ich empfehle das Buch jedem ab 14 und gebe 4,5 von 5 Sternen.

Bibliografie

496 Seiten
Liebe
cbj
Am 2. März 2020 erschienen
19,00 €

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Daniel
Daniel ist seit Kurzem Buchblogger auf dieser Webseite. Er schreibt schon immer gerne und mag vor allem eines: Lesen!

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